Mariä Himmelfahrt Kirche in Kojetín     

Einführung, Geschichte

Mariä Himmelfahrt Kirche ist bedeutendstes Baudenkmal Kojetíns. Sie gehört zu den ältesten Kirchen in Mähren. Die ursprüngliche Kirche wurde im Jahre 1059 im romanischen Stil gebaut. Man setzt voraus, dass diese Kirche mit anliegendem Friedhof am Hauptplatz stand. In der unruhigen Zeit der Herrschaft von Rudolf Habsburger wurde die Kirche zu einer Festung umgebaut. Als Ersatz wurde im Jahre 1278 auf dem heutigen Platz eine neue Kirche auf dem gotischen Grundriss gebaut. Neben der Kirche wurde ein Friedhof errichtet, der hier bis 1831 diente. Das bisherige Patrozinium wurde der ursprünglichen Kirche entnommen.

Erste verbürgte Nachricht kommt aus dem 14. Jahrhundert. Die Kirche war schon damals St. Maria und St. Peter (dem Apostel) geweiht. Sie hatte nur ein Schiff, zwei Seitenkapellen und einen roten Turm mit vier Glocken.

Der 30-jährige Krieg traf auch Kojetín. Im Juli 1643 drangen in die Stadt etwa 1600 schwedische Soldaten ein, die die Stadt plünderten. Die Kirche wurde vom Geschützfeuer des Feindes getroffen, Gewölbe und Turm wurden beschädigt. Das Innere der Kirche wurde verwüstet. Erst im August 1646 fing die notwendigste Instandsetzung an, die sich wegen des fortschreitenden Krieges hinzog. Trotz der Probleme ersuchte Patron der Kirche Graf Ferdinand Julius von Salm, der in Tovaèov seinen Sitz hatte, den Olmützer Bischof um Bauerlaubnis für neue Kirche.

Der Architekt der neuen Kirche war berühmter kaiserlicher Baumeister Giovanni Pietro Tencalla.

Die Bauarbeiten führte Baumeister Jiøí Sessthaler von Olmütz. Im Jahre 1692 war der Bau fertig. Die neue Kirche hatte schon zwei Türme, ein Hauptschiff, zwei Seitenschiffe, die als Kapellen dienten. Im Jahre 1714 brannte sie mit der Pfarre und der ganzen Innenstadt ab. Die erneuerte Kirche wurde am 22. Oktober 1741 vom Olmützer Bischof Jakub Arnošt, dem Fürsten von Liechtenstein, feierlich eingeweiht. Am 1. Oktober 1746 brannte die Kirche mit der Innenstadt wieder ab. Es brannten auch beide Türme mit Kuppeln ab. Die Vollendung des Unglücks brachte ein riesiger Sturmwind, der den Kirchengiebel niederriss. Dadurch brach das Kirchengewölbe durch. Die Orgel wurde zerstört. Beim großen Brand am 26. August 1801 brannten beide Seitenkapellen und 150 Häuser in der Stadt ab. Im Jahre 1830 brach Sturmwind das Chorfenster auf, Kirchen- und Turmdächer wurden zerstört.

Um den Mauerabsturz zu verhindern (im Jahre 1849 stürzte das Gewölbe des Presbyteriums ein und die Mauern der ganzen Kirche sanken teilweise), wurde zum Presbyterium eine neue Sakristei zugebaut. Im Jahre 1888 wurden auf die Türme große Kuppeln mit Laternen aufgebaut. Auf sie wurden noch kleinere Kuppeln mit Turmknöpfen und großen Kreuzen aufgesetzt. Die Kreuze sind 4 m hoch. Am 19. März 1892 riss Sturmwind ein Kreuz mit dem Turmknopf von dem linken Turm herab.

Die Komposition der Kirche ist mit zwei Türmen und einem Giebel vollendet, der in der Hälfte des 18. Jhs. instandgesetzt wurde. In derselben Zeit wurde auch das Innere der Kirche instandgesetzt. Das war ursprünglich farbig – mit Fresken und farbigen Mustern an der Wand – geschmückt. Auch die Statuen (heute weiß) wurden farbig gemalt. Instandhaltung dieser Ausschmückung war für die Pfarrkinder finnanziell sehr anspruchsvoll, und deshalb kam es im Jahre 1937 anstatt der Restaurierung der Fresken zum Übermalen des Interieurs (heutiger Zustand).

Zu einer der letzten Generalinstandsetzungen kam es in den Jahren 1969 – 1970 (P. Alois Bubeník). Am 30. 1969 Oktober wurden Belege und Denkmäler aus dieser Zeit in die Kuppel des linken Turms und am 2. Mai 1970 in die des rechten gelegt.

Einstweilen letzte Instandsetzung der Kirche fand in den Jahren 1989 – 1990 statt (P. Jaroslav Kaláb). Die Kirche wurde außen und innen neu angestrichen. Im oberen Teil des Schiffes wurden Fenster ausgewechselt.

Am 23. Juni 1999 wurde zum erstenmal neue Nachtbeleuchtung der Pfarrkirche eingeschaltet.



Exterieur

Maße

Die Kirche ist 41,7 m lang, 24,65 m breit (auch mit Kapellen), 18 m hoch. Die Höhe der Kapellen ist 5,70 m. Das Mauerwerk der Türme ist 26,55 m hoch. Gesamthöhe der Türme mit Kreuzen ist 50 m.



Interieur
 

Das Presbyterium

Wie schon erwähnt wurde, ist die Kirche Mariä Himmelfahrt geweiht. Man erkennt es davon, dass man hinten, hinter dem Hauptaltar, das Bild von Mariä Himmelfahrt sieht. Jungfrau Maria, die auf einer Wolke sitzt, wird von Engeln an den Himmel gehoben. Über dem Bild gibt es Statuen, die auf der rechten Seite Gott, den Vater darstellen. Neben ihm gibt es die Erde als Symbol dessen, dass Gott die Erde und den Himmel schuf. Auf der linken Seite ist Gott der Sohn, Jesus Christus. Gemeinsam mit Gott dem Vater halten sie die Krone, durch die die Heilige Jungfrau gekrönt wird. Über ihnen schwebt eine Taube, Symbol des Heiligen Geistes. Zusammen bilden sie Gottes Dreifaltigkeit – Gott den Vater, Gott den Sohn und den Heiligen Geist.

Zu beiden Seiten stehen die Statuen von St. Joachim und St. Anna, den Eltern von Jungfrau Maria.

Unter ihnen stehen weitere Statuen. Links der Heilige Apostel Peter, der in der Hand einen Schlüssel hält, denn Herr Jesus Christus sagte ihm: „Dir vertraue ich Schlüssel vom Himmelreich“ (Mt 16, 19). St. Peter war erster Papst. Auf der anderen Seite steht die Statue von St. Paul, der in der Hand ein Schwert hält, Symbol des Märtyrertodes. Nicht weit vor ihnen stehen weitere Apostel, links St. Juda, rechts St. Johann. Dieser hält in der Hand einen Kelch, weil ihm der Legende gemäß vergifteter Wein vorgesetzt wurde, den er segnete. Als er diesen Wein ausgetrunken hatte, passierte ihm nichts.

Mitten steht Hauptaltar, der aus Marmor ist. Die Statue von Jungfrau Maria mit einem Kind, die auf dem Hauptaltar niedergebracht ist, stellt Maria als eine Königin dar, die Jesus hält. Jesus versucht, einer Schlange auf den Kopf zu treten, die sich auf der Erde, unter den Füßen der Heiligen Jungfrau windet. Es ist eine Szene, die eine Versprechung über den Erlöser im Paradies (Gn 3, 15) darstellt. Der Autor aus dem 17. Jh. ist unbekannt. An diese kleine Statue knüpfen sich mehrere Legenden an. Eine von ihnen spricht davon, wie diese Statue in Kojetín zum Vorschein kam.

Um 1700 lebte in Kojetín ein Käufer namens Tobias Demarko. Dieser frommer Mann wollte etwas tun, um Marienpietät in Kojetín zu erhöhen. Eines Tages, als er sich vor seinem Haus ausruhte, sah er einen Mann, der hinter sich einen zugedeckten Wagen zog. Er fragte ihn, wohin er geht. Der Mann erwiderte ihm, dass er eine Statue verkaufen muss. Demarko kaufte diese Statue, stellte sie zu Hause aus, und betete mit der ganzen Familie vor ihr. Später ließ er bei Kojetín eine kleine Kapelle bauen. Die Kapelle steht beim Weg in der Richtung Mìrovice auf der linken Seite. In dieser Kapelle ließ er die Statue ausstellen. Aus der nahen und weiten Umgebung kamen Pilger zu ihr, um sich gute Gesundheit auszubitten. Mit der Zeit kam es zu wunderbaren Genesungen, und die Zahl der Pilgerer wuchs. Die Kapelle war zu klein, und viele Pilger mussten draußen stehen, und so entstand der Gedanke, eine Pilgerkirche zu bauen. Der damalige Pfarrer von Kojetín war mit dem Bau der Kirche nicht einverstanden, denn er meinte, dass die Bedeutung der Kirche in Kojetín hätte sinken können.. Schließlich wurde die Statue in die Pfarrkirche übergetragen und auf das Nebenaltar von St. Josepf gestellt. Am nächsten Tag war sie aber nicht mehr dort. Es kam zu einer großen Verwirrung und der Suche nach der Statue. Man fand sie wieder in der Kapelle. Sie wurde so noch zweimal übergetragen. Dann kam es zur Entscheidung, die Statue auf das Hauptaltar zu stellen. Es wurden der obere Teil des Altars, vier Säulen und über ihnen eine Krone zugebaut. Die Satue wurde im Februar 1767 durch einen Festumzug in die Kirche übergetragen und auf das Hauptaltar gestellt.

Auf der linken Seite vom Presbyterium ist die Kanzlei untergebracht. Oben befindet sich die Staue von St. Johann. Zu seinen Füssen steht Adler, Symbol dieses Evangelisten. Vor ihm halten zwei Engel die Tafeln mit Zehn Geboten.

Unter dem Presbyterium befinden sich Krypten, in denen hießige Priester bestattet sind.

In der Kirche gibt es 8 Nebenaltare. Die Figuralausschmückung der zwei Altare führte vor 1750 Gottfried Fritsch durch. Auf der unteren Fensterreihe ist das Leben der Heiligen versinnbildlicht.

Linke Kapelle

In der Frontseite der linken Kirchenkapelle steht das Altar von St. Joseph. Auf dem Bild ist Heilige Familie – Joseph, Maria und Jesus gemalt. Über dem Bild steht die Statue von St. Joseph, der vor dem Gott steht und für die Menschheit bittet. Die Statuen zu beiden Seiten des Bildes stellen St. Elisabeth und St. Anne dar.

Die Fensterglasmalerei stellt wieder St. Ludmila dar.

In der ganzen Kapelle sind an den Wänden die Zunftwahrzeichen angebracht, die in Kojetín tätig waren. Bei großen Festen trugen die Vertreter der einzelnen Zünfte diese Wahrzeichen im Umzug.

Inmitten der Kapelle steht Altar von St. Johann von Nepomuk. Dieser böhmische Priester lebte im 14. Jahrhundert und wurde zur Zeit Wenzels IV. hingerichtet. Er wollte dem König nicht verraten, was er bei der Beichte von der Königin hörte. Er änderte seine Ansicht nicht einmal, als er gefoltert wurde, und deshalb wurde er von der Brücke in den Fluss geworfen. Seine Statue steht oft auf den Brücken.

Hinten steht Taufbecken. Auf seinem oberen Teil befindet sich die Statue von St. Johann dem Täufer, wie er Jesus Christus tauft.

Das vierte Altar ist St. Valentin geweiht. Vor seinem Bild steht die Statue von St. Theresia von Lisieux. Am Fenster hinter dem Altar ist St. Agnes versinnbildlicht.

Rechte Kapelle

Im vorderen Teil der rechten Kirchenkapelle steht Altar von St. Antonius. Neben dem Altar befindet sich die Fensterglasmalerei mit St. Wenzel, dem böhmischen Patron.

Das weitere Altar ist Jungfrau Maria geweiht, der Helferin der Christen. Dieses Altar ist nicht im Barockstil gemacht. Es wurde vom Bildhauer Stanislav Hlobil, einem aus Kojetín Gebürtigen, geschaffen.

Am weiteren Altar befindet sich das Bild von St. Barbara, der Patronin der Bergleute.

Das letze Altar in der Kirche ist Altar des Leidens Christi. Auf dem Bild ist Jesus Christus, gefoltert für Sünden der Menschheit, wie er auf dem Kalvarienberg gekreuzigt hängt. Neben dem Kreuz stehen seine Mutter, Jungfrau Maria, und der Jünger St. Johann. Vor dem Bild steht die Statue von St. Antonius, der das aufgemachte Buch hält, auf dem der kleine Jesus sitzt.

Hinter dem Bild ist die Glasmalerei mit St. Alois.

Die letzte Statue in der Kapelle ist Schmerzensreiche Jungfrau Maria mit dem, vom Kreuz abgenommenen toten Christus auf dem Schoß.

Orgel

Die Malerei des großen Fensters über dem Haupteingang stellt die Malerei Jungfrau Maria von Velehrad mit St. Kirill und St. Method.

Im Jahre 1952 wurde die alte Orgel völlig umgebaut und vergrößert. Die Arbeiten führte Firma Rieger aus Krnov durch. Im Jahre 1993 begann Generalinstandsetzung mit dem Aufwand 300 000 Kronen. Im Jahre 1998 wurden die Instandsetzungsarbeiten beendet. Die Orgel hat drei Manuale und ein Pedal.

Sakristei, Oratorien

Im ersten Oratorium ist eine Krippe aus Holz, die im Jahre 1926 beschaffen wurde. Im Jahre 1993 wurde die Figur des Königs gestohlen. Im Jahre 1995 stellte neue Figur Pavel Hladký aus Švábenice her.

Der wertvollste Gegenstand ist das Bild mit St. Johannes dem Täufer, Werk eines anonymen italienischen Malers aus dem Jahr 1739. Weiteres Kleinod ist handgetriebene barocke Monstranz aus der Zeit von P. Beda Dudík.


Türme

Die ersten Glocken dieser Kirche gingen während des Dreißigjährigen Krieges und dann während des Brandes im Jahre 1746 zugrunde. Die letzten Glocken wurden im 1. Weltkrieg (16. 10. 1916 und 16. 10. 1917) requiniert. Nach dem Krieg im Jahre 1921 wurden Eisenglocken beschaffen (geweiht am 20. 6. 1921). Erst im Jahre 1982 wurden neue Glocken aus Glockenmetall in der Werkstätte von Laetitie Dytrychová in Brodek u Pøerova hergestellt. Sie wurde am 26. September 1982 von Bischof Josef Vrana geweiht.

Auf dem Turm, der näher dem Platz steht, gibt es vier Glocken: Jungfrau Maria (schlägt Mittag, 380 kg), Göttliches Herz des Herrn (Mittelglocke, 680 kg), St. Michael (Totenglocke, 88 kg), diese Glocke musste noch einmal gegossen werden, denn sie brach beim vierten Läuten. Die letzte Glocke ist St. Josef (kleine Glocke, 230 kg).

Auf dem anderen Turm ist nur eine Glocke, St. Kirill und MethodSt. Jan SarkanderA. C. Stojan (große Glocke, 850 kg). Auf dem Turm befindet sich noch Uhrwerk und im obersten Teil des Turmes gibt es zwei kleine Glocken, die zum Stundenschlag dienen.


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